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Squozybo und die Dreizehn

 

Tiepfli hatte am Eingang einen Kalender angebracht. Wenn er morgens hereinkam, riß er zuerst ein Blatt ab. So konnte man jeden Tag sehen, welches Datum wir haben. Heute hat er die zwölf weggerissen. Das heißt, wir haben heute den Dreizehnten.

Tiepfli stöhnte: „Das habe ich nicht verdient. Der Dreizehnte ist heute und ausgerechnet ein Freitag." Er redete vor sich her und stolperte über seinen Besenstil. „Verflixt," schimpfte er, „wer hat den Besen hierhin gelegt?" Es blieb ihm nichts anderes übrig als diesen aufzuheben. Da kam der Tierpfleger Waltoro herein und sagte: „Paß auf, Du hast gestern den Besen nicht richtig hingestellt, also falle nicht darüber!" Doch Tiepfli ist bereits darüber gestolpert. Tiepfli wollte den großen Rechen zur Hand nehmen und überlegte, in welcher Ecke er heute anfangen sollte. Dabei paßte er nicht auf. Ein trat auf die Zinken und schon hatte er eine Beule am Kopf. „Saprament noch einmal. Heute geht aber auch alles schief. Ich glaub ich geh wieder in meine Kammer." Doch bevor er sich umsah, hatte er bereits den Wasserkübel hinter sich umgeworfen. Aller Gute Dinge waren es drei.

Der Wärter schüttelte den Kopf: „Wie wäre es wenn Du Dich mehr konzentrieren würdest, auf Deine Arbeit. War die letzte Nacht so kurz?"

„Oh", sagte Tiepfli „mein Schwager hatte Geburtstag. Meine Schwester hatte etwas gutes gekocht. Schweinsbraten mit Semmelnknödeln und dazu Sauerkraut. Anschließend haben wir ein paar Bierchen getrunken. Zusammen haben wir noch etwas Karten gespielt. Dabei ist es ein bißchen spät geworden. "

Bevor er den Satz zu Ende redete, rutschte er auf einer Bananenschale aus. Das war zuviel. Er schimpfte, daß die Balken sich bogen. Waltoro konnte es sich nicht verkneifen: „Wenn Du die Schalen nicht vorher aufheben willst, dann fliege nur drüber. Das habe ich gestern zu Dir gesagt.

Wer den Schaden hat, kann nicht mehr lachen."

Wütend war Tiepfli geworden. Das kommt sehr selten vor. Er wetterte weiter, ohne Unterlaß.

Da sprach Waltoro: „Pack Dich zusammen und mach mal kurz eine Pause. Dann reden wir weiter." Währenddessen hatte Waltoro den Wasserschlauch zusammengerollt und auf die Vorrichtung gehängt und sprach zu sich: „Sonst fällt er auch noch darüber."

Er erklärte es seinen Elefanten. Zeigte ihnen, daß nicht der Kalender schuld daran sei, sondern einzig und allein der Mensch. Er deutete auf die Holztafel, die gestern umgefallen war.

„Da war erst der zwölfte des Monats und Donnerstag."

Squozybo unterhielt sich mit Rabula. So nebenbei angelte er sich den Wasserschlauch mit seinem Ziehharmonikarüssel her. Er hatte Durst. Daraus kam immer das köstliche Naß.

Tiepfli hatte sich beruhigt und drehte den Schlauch ein klein bischen auf und ging hinaus.

Waltoro sah, daß Tiepfli für Squozybo den Schlauch aufgedreht hatte. Verschmitzt lächelte er und drehte diesen noch stärker auf. Auch Waltoro konnte unachtsam sein. Er drehte den Hahn etwas zu fest auf und Squozybo lies den Schlauch einfach fallen, sodann führte dieser den Schlangentanz durch die Halle auf. Dabei spritzte das Wasser in alle Richtungen.

Squozybo rief abwechselnd – Täteretäää –und quietschte und fühlte sich wohl unter dem Wasserstrahl. Rabula ergriff die Flucht an die Hallendecke, damit er keine Wassertropfen abbekam. Er krächzte was das Zeug hergab. Beim Flug hinauf sah er die Türe aufgehen.

Tiepfli stieß die Tür rückwärts auf, damit er das Futter im Behälter herein tragen konnte. Er rief: „Ich habe für jeden etwas feines mitgebracht. Als Wiedergutmachung, weil ich vorher so einen Rabatz gemacht habe." Den Blick zu Rabula nach oben gewandt, rief er: „Was machst Du bloß für ein Gezeter. Ich habe für Dich auch etwas Feines dabei."

Die letzten Worte gingen im Rauschen unter. Waltoro wollte den Hahn schließen. Hielt den eingefangenen Schlauch dabei in die falsche Richtung und der Wasserstrahl traf in vollster Breite Tiepfli.

Der Schlangentanz konnte weitergehen, denn dieser zeigt mal zum Tiepfli und mal zum Waltoro hin. Sie wurden alle pudelnaß.

Waltoro mußte trotzdem Lachen, entschuldigte sich bei Tiepfli und sprach:

„Jetzt glaube ich es auch, daß wir Heute Freitag den Dreizehnten haben. Komm wir gehen uns umziehen. "

 

 

 

 

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